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Krypto-Wallet erstellen: Schritt-für-Schritt-Anleitung

David Eggert

20.07.2024

Ein Krypto-Wallet ist eine digitale Geldbörse, die es dir ermöglicht, deine Kryptowährungen wie Bitcoin, Ethereum und viele andere sicher zu verwahren, zu senden und zu empfangen. Anders als bei einem traditionellen Bankkonto verwaltest du selbst die Schlüssel zu deinen digitalen Vermögenswerten, was dir volle Kontrolle, aber auch volle Verantwortung über dein Geld gibt.

Es gibt verschiedene Arten von Krypto-Wallets, die jeweils ihre eigenen Vor- und Nachteile haben. Hier sind die drei Haupttypen:

Custodial Wallets

Custodial Wallets werden von Drittanbietern wie Krypto-Börsen verwaltet. Das bedeutet, dass diese Anbieter die privaten Schlüssel für dich aufbewahren. Zu den in Deutschland bekanntesten und vertrauenswürdigsten gehören u.a. Kraken, Bison, Bitvavo, Bitpanda und Coinbase.

Vorteile

  • Einfach zu verwenden, ideal für Anfänger
  • Zusätzliche Dienstleistungen wie Handel und Zinsen bei den Krypto-Börsen
  • Keine technischen Kenntnisse erforderlich
  • Wiederherstellung bei Verlust des Zugangs möglich durch Support

Nachteile

  • Keine Kontrolle über die privaten Schlüssel und daher bist du nicht selbst im Besitz der Coins
  • Risiko bei Hacks und Pleiten des Anbieters
  • KYC (Know Your Customer) Prozess mit Klarnamen, E-Mail und Adresse notwendig bei Anmeldung

Software Wallets

Software Wallets sind Anwendungen oder Apps, die du auf deinem Computer oder Smartphone installierst. Sie speichern deine privaten Schlüssel lokal auf deinem Gerät. Zu den bekanntesten dieser Wallets gehören Exodus, Metamask, Trust Wallet, Rabby Wallet und Electrum.

Vorteile:

  • Kostenlos und einfach zu installieren
  • Schnell Transaktionen durchführen
  • Gute Benutzeroberfläche, viele zusätzliche Funktionen
  • Unterstützt viele verschiedene Kryptowährungen
  • Flexibel und mobil einsetzbar

Nachteile:

  • Anfällig für Malware und Hackerangriffe
  • Private Schlüssel sind online zugänglich
  • Abhängig von der Sicherheit des Geräts
  • Sicherheitsrisiko durch Phishing und unsichere Netzwerke

Hardware Wallets

Hardware Wallets sind physische Geräte, die deine privaten Schlüssel offline speichern und somit vor Online-Bedrohungen schützen. Möchtest du Kryptowährungen bewegen, die durch das Hardware Wallet gesichert sind, musst du die Transaktionen immer physisch am Gerät freigeben.

Zu den am häufigsten genutzten Hardware-Wallets gehören BitBox, Ledger, Trezor und Tangem.

Vorteile:

  • Höchste Sicherheit, private Schlüssel bleiben offline
  • Offline-Speicherung reduziert das Risiko von Hackerangriffen enorm
  • Schutz vor Malware und Phishing
  • Kann mit Software-Wallets kombiniert werden
  • Unterstützt Multi-Signatur und andere Sicherheitsfunktionen

Nachteile:

  • Kostenpflichtig
  • Komplexere Nutzung und Einrichtung
  • Nicht so bequem wie Software-Wallets, physische Verwahrung notwendig
  • Kann verloren gehen oder beschädigt werden (Backup notwendig)

Custodial Wallet einrichten

Ein Custodial Wallet ist eine bequeme Möglichkeit, Kryptowährungen zu verwalten, besonders für Anfänger. Hier ist eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie du ein Custodial Wallet einrichtest:

Schritt 1: Auswahl einer Krypto-Börse

Zunächst musst du eine vertrauenswürdige Krypto-Börse auswählen, die Custodial Wallets anbietet. Bekannte und regulierte Börsen sind beispielsweise Bitvavo, Bison, BSDEX, Coinbase, Kraken und Bitpanda.

Als absoluter Anfänger würde ich dir Bison empfehlen. Es ist zwar etwas teurer, aber gehört zur regulierten Börse Stuttgart und ist sehr einsteigerfreundlich gestaltet. Wenn du langfristig größerer Summen investieren möchtest, sind Bitvavo oder Kraken meiner Erfahrung nach sehr günstig, sicher und vertrauenswürdig.

Schritt 2: Kontoerstellung

  1. Website besuchen: Gehe zur offiziellen Website der Krypto-Börse. Achte darauf, dass du die richtige URL verwendest, um Phishing-Websites zu vermeiden.
  2. Registrieren: Klicke auf die Schaltfläche „Registrieren“ oder „Sign Up“.
  3. Daten eingeben: Gib deine E-Mail-Adresse und ein sicheres Passwort ein. Manchmal wirst du auch nach deinem Namen und anderen persönlichen Informationen gefragt.
  4. Bestätigung: Bestätige deine E-Mail-Adresse durch Klicken auf den Bestätigungslink, den dir die Börse per E-Mail zusendet.

Schritt 3: Identitätsprüfung (KYC)

Viele Börsen erfordern eine Identitätsprüfung, um gesetzliche Anforderungen zu erfüllen. Dies wird als KYC (Know Your Customer) bezeichnet.

  1. Persönliche Daten eingeben: Fülle alle erforderlichen Felder mit deinen persönlichen Daten aus.
  2. Dokumente hochladen: Lade die erforderlichen Dokumente hoch, wie z.B. einen gültigen Personalausweis oder Reisepass und einen Adressnachweis.
  3. Verifizierung: Manche Börsen verlangen ein Selfie, auf dem du deinen Ausweis hältst, um die Identität zu verifizieren, z.B. bei Bitvavo oder Kraken. Bei anderen Börsen wie Bison kannst du dich mit der Ausweisfunktion des Personalausweises verifizieren (eID).

Schritt 4: Einrichten der Sicherheit

  1. Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA): Aktiviere 2FA für dein Konto, um eine zusätzliche Sicherheitsebene hinzuzufügen. Dies kann über SMS oder eine Authentifizierungs-App wie Google Authenticator oder Authy erfolgen.
  2. Zusätzliche Sicherheitsmechanismen nutzen: Manche Börsen bieten zusätzliche Sicherheitsfragen, Passwörter oder Anti-Phishing Codes an, die du einrichten kannst. Richte hier so viele Sicherheitsebenen wie möglich ein.

Schritt 5: Einzahlung von Euro

  1. Einzahlung: Gehe zum Einzahlungsbereich deines Kontos. Hier kannst du entweder Fiat-Währungen wie Euro oder Kryptowährungen einzahlen. Manchmal kommst du auch zur Einzahlung, wenn du Kryptowährungen kaufen möchtest und noch kein Guthaben auf dem Verrechnungskonto der Börse hast.
  2. SEPA-Überweisung nutzen: Wähle die gewünschte Fiat-Währung (wahrscheinlich Euro) und die Einzahlungsmethode SEPA-Überweisung. Folge den Anweisungen zur Einzahlung und warte bis du eine Bestätigung der Einzahlung erhältst. Es gibt auch Bezahlmethoden wie Kreditkarte oder PayPal, aber diese sind deutlicher teurer.
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Muss man wissen

Eine Kryptotransaktion lässt sich nicht mehr zurückbuchen. PayPal- oder Kreditkartenzahlungen aber schon. Daher verlangen Krypto-Börsen für diese Zahlungsmethoden unverschämt hohe Gebühren, um ihr Ausfallrisiko zu decken. Nutze daher immer SEPA-Überweisungen zur Einzahlung. Diese sind meistens kostenlos.

Schritt 6: Kryptowährungen kaufen und verwalten

  1. Kaufen: Gehe zum Kaufbereich der Börse und wähle die Kryptowährung aus, die du kaufen möchtest. Gib den Betrag ein und bestätige den Kauf mit deinem zuvor eingezahlten Guthaben.
  2. Verwalten: Du kannst jetzt deine Kryptowährungen in deinem Custodial Wallet auf der Krypto-Börse verwalten. Die Börse speichert deine privaten Schlüssel und ermöglicht dir, Transaktionen durchzuführen, Kryptowährungen zu senden und zu empfangen sowie Handel zu betreiben.
  3. Auf dem aktuellen Stand bleiben: Da deine Kryptowährungen von der jeweiligen Krypto-Börse verwahrt werden, ist es wichtig, stets über aktuelle Entwicklungen rund um Krypto-Börsen informiert zu bleiben. Bei Problemen der Börsen kursieren oft Gerüchte und Nachrichten im Vorfeld. Zudem kann sich die regulatorische Umgebung ändern, was dein Handeln erfordert. Kraken hat etwa kürzlich verlangt, dass Nutzer ihre Identität erneut verifizieren, um weiterhin ihre Dienste nutzen zu können.

Software-Wallet einrichten

Ein Software-Wallet ist eine praktische Möglichkeit, deine Kryptowährungen direkt auf deinem Computer oder Smartphone zu verwalten. Hier ist eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie du ein Software-Wallet einrichtest.

Schritt 1: Die richtige Wallet auswählen

Zuerst musst du das richtige Software-Wallet auswählen. Bekannte und vertrauenswürdige Optionen sind z.B. Metamask, Trust Wallet, Exodus oder Rabby Wallet. Achte darauf, ein Wallet zu wählen, das die Kryptowährungen unterstützt, die du verwenden möchtest.

Erfahrungsgemäß würde ich zuerst ein Custodial Wallet nutzen und danach ein eigenes Hardware Wallet einrichten und kein Software Wallet einrichten. Für den Start ist aber Exodus eine gute Möglichkeit.

Schritt 2: Download und Installation

Gehe zur offiziellen Website des gewählten Wallets. Achte darauf, dass du die richtige URL verwendest, um Phishing-Websites zu vermeiden. Lade die Software für dein Betriebssystem herunter (Windows, macOS, Linux) oder lade die App für dein Smartphone (iOS, Android) aus dem offiziellen App-Store herunter.

Schritt 3: Wallet sicher einrichten

Öffne die Wallet-Software und klicke auf „Neues Wallet erstellen“ oder „Create New Wallet“. Wähle ein Passwort oder PIN, um dein Wallet vor unbefugtem Zugriff zu schützen. Es ist nicht dein privater Schlüssel oder Seed Phrase, sondern lediglich ein Extra-Schutz, falls jemand Unbefugtes dein Handy oder PC nutzen sollte.

Schritt 4: Sicherung und Wiederherstellung

Du wirst nun eine Seed Phrase (eine Reihe von 12 oder 24 Wörtern) erhalten. Erstelle ein physisches Backup deiner Seed Phrase, z.B. indem du sie auf Papier notierst und an einem sicheren Ort aufbewahrst. Ich würde sie zuerst auf einen Zettel notieren und später in Stahl stanzen, um wirklich sicherzugehen, dass das Backup auch lange überdauern kann.

Teile sie niemals mit jemandem und speichere sie nicht digital, um das Risiko von Diebstahl zu minimieren. Jeder mit dieser Seed Phrase hat kompletten Zugang zu deinen Kryptowährungen.

Die Wallet-Software wird dich möglicherweise bitten, die Seed Phrase zu bestätigen, um sicherzustellen, dass du sie korrekt notiert hast.

Schritt 5: Kryptowährungen empfangen

Öffne dein Wallet und gehe zum Empfangsbereich. Hier siehst du deine öffentliche Wallet-Adresse, die du für den Empfang von Kryptowährungen verwenden kannst.  

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Muss man wissen

Wallet-Adressen sind öffentlich einsehbar. Das bedeutet, dass jeder, der eine Adresse kennt, alle jemals getätigten Transaktionen und das gesamte Guthaben dieser Adresse einsehen kann.

Kopiere deine Wallet-Adresse und trage sie bei der Krypto-Börse deiner Wahl als Auszahlungsadresse ein. So kannst du sie von der Börse direkt auf dein Wallet transferieren.

Hardware Wallet einrichten

Ein Hardware Wallet bietet eine der sichersten Methoden, um deine Kryptowährungen zu verwahren. Hier ist eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie du dein Hardware Wallet einrichtest und verwendest.

Schritt 1: Richtiges Hardware Wallet auswählen

Bevor du loslegst, musst du das richtige Hardware-Wallet auswählen. Die wichtigsten Punkte, auf die du achten solltest, sind Sicherheit, unterstützte Coins und die Kompatibilität mit deinen Geräten. Im Hinblick auf Preis-Leistung finde ich das Ledger Nano S Plus am besten. Die Geräte von BitBox oder Trezor sind ebenfalls hervorragend.

Schritt 2: Auspacken und genau hinschauen

Bitte unbedingt nur original beim Hersteller kaufen und beim Auspacken darauf achten, ob das Gerät noch original verpackt ist. Die meisten Hersteller haben extra Verpackungen, die sofort sichtbar machen, wenn sie geöffnet wurde. Das ist wichtig, weil das Gerät unter keinen Umständen manipuliert werden darf.

Schritt 3: Software installieren

Zum Hardware-Wallet gehört auch die passende Software. Diese bitte nur von der offiziellen Website des Herstellers herunterladen und installieren. Dies stellt sicher, dass du keine gefälschte Software installierst, die deine Coins gefährden könnte.

Schritt 4: Wallet verbinden

Verbinde das Wallet per USB oder Bluetooth mit deinem Computer oder Smartphone und folge genau den Anweisungen in der Software. Die Software führt dich durch die Einrichtungsschritte und hilft dir, das Wallet sicher zu konfigurieren.

Schritt 5: PIN festlegen

Lege eine PIN fest, um dein Gerät zu schützen. Diese PIN bitte unbedingt merken, denn wenn du ihn zu oft falsch eingibst, setzt sich das Wallet auf Werkseinstellungen zurück und du benötigst dein Backup, um es wiederherzustellen.

Schritt 6: Backup erstellen

Das Gerät zeigt dir nun eine Seed Phrase mit 12 oder 24 Wörtern an. Diese Wörter dienen als Backup und gewähren dir immer wieder Zugriff auf deine Coins. Jeder, der diese Wörter hat, kann deine Kryptowährungen versenden. Teile diese Seed Phrase daher niemals mit anderen und speichere sie auch NICHT auf deinem Handy oder PC, sondern physisch auf Papier oder Stahl.

Schritt 7: Kryptowährungen empfangen

Gehe in die Software des Wallets und füge die Kryptowährungen hinzu, die du erhalten möchtest. Dann siehst du die Adresse, auf die du deine Coins schicken kannst. Am besten schickst du die Coins direkt von der Krypto-Börse auf diese Adresse. Achte darauf, dass du keinen Tippfehler in der Adresse hast, weil sonst deine Coins ins Nirvana geschickt werden und für immer verloren sind – das kommt leider auch häufiger vor.

Schritt 8: Hardware-Wallet nutzen

Das Gerät kommt jetzt zum Einsatz, sobald du deine Coins vom Wallet woanders hinbewegen möchtest. Dann fragt dich das Gerät nach einer physischen Bestätigung durch Drücken der Taste. Damit wird im Gerät der private Schlüssel freigegeben, um damit Transaktionen ausführen zu können.

Welches Wallet ist das richtige?

Wenn mich jemand fragen würde, welches Wallet das richtige ist, würde ich immer zu einem eigenen Hardware-Wallet in Verbindung mit einem physischen Backup raten. Ein Hardware-Wallet bietet die höchste Sicherheit, indem es deine privaten Schlüssel offline speichert, und ein physisches Backup sorgt dafür, dass du auch im Falle eines Verlusts oder Defekts des Hardware-Wallets immer noch Zugriff auf deine Kryptowährungen hast.

Hast du nur ein paar Hundert Euro auf einer Krypto-Börse liegen, die im besten Fall noch zu den großen, bekannten gehört, ist das Risiko überschaubar. Zu vertrauenswürdigen Börsen zähle ich Bitvavo, Bison, BSDEX, Bitpanda, Coinbase, Kraken, Bitcoin.de, Anycoindirect, Relai und 21bitcoin.

Am Anfang würde ich meine Kryptos bei diesen Börsen kaufen. Es gibt noch viele weitere bekannte, aber ohne jetzt Namen zu nennen, würde ich denen mein Geld nicht anvertrauen.

Hast du deine Kryptos im Wert von ein paar Hundert Euro auf einer dieser Börsen, würde ich die Coins einfach dort liegen lassen. Nutze dabei aber unbedingt alle Sicherheitsfeatures wie 2-Faktor-Authentifizierung mit Apps wie Authy oder Google Authenticator, Whitelisten von Abhebadressen und Account-Lock oder Anti-Phishing-Codes.

Wenn du jedoch ein richtiger Allmann bist, kannst du natürlich auch alle Coins direkt auf dein eigenes Wallet ziehen. Für den Anfang würde ich Exodus verwenden, so habe ich auch angefangen. Du hast eine sehr einsteigerfreundliche App mit vielen Sicherheitsfeatures und einer guten Portfolioübersicht. Außerdem werden wirklich viele Coins unterstützt.

Wenn du langfristig in Kryptowährungen investieren möchtest, dann hole dir gleich ein Hardware-Wallet. Am besten eignet sich das Ledger Nano S Plus, weil es sehr viele Coins unterstützt, sehr sicher ist und mit vielen Geräten kompatibel ist. Natürlich sind die knapp 80 € viel Geld, aber im Vergleich hat diese Wallet ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis. Für etwas mehr kannst du dir auch eine BitBox02 zulegen, die meiner Meinung nach noch sicherer ist, aber weniger Coins unterstützt.

Über den Autor

Hi, ich bin David und schreibe hier über meine eigenen Erfahrungen zum Thema Krypto, Blockchain und Bitcoin. Mehr erfährst du auf der „Über uns“-Seite.