Was sind Altcoins?

David Eggert
25.08.2024
Altcoins, kurz für „alternative Coins“, bezeichnen alle Kryptowährungen, die nicht Bitcoin sind. Der Begriff „Altcoin“ leitet sich also nicht vom Wort „alt“ ab, wie manche fälschlicherweise glauben, sondern meint schlichtweg jede Alternative zu Bitcoin.
Im Kryptobereich wird ganz klar unterschieden: Auf der einen Seite steht Bitcoin, auf der anderen Seite alle anderen Coins – die sogenannten Altcoins.
Welche Arten von Altcoins gibt es?
Seit der Einführung von Bitcoin im Jahr 2009 hat sich die Welt der Kryptowährungen rasant entwickelt und stark diversifiziert. Heute gibt es eine beeindruckende Vielfalt an Altcoins, die unterschiedliche Funktionen und Anwendungsbereiche abdecken. Viele dieser Altcoins lassen sich sogar mehreren Kategorien zuordnen, da sie mehrere Use Cases bieten.
| Art | Beschreibung | Beispiele |
|---|---|---|
| Layer 1 Coins | Basiswährungen ihrer eigenen Blockchains, die als Fundament für Transaktionen und Smart Contracts dienen. | ETH SOL AVAX NEAR TRX |
| Stablecoins | Kryptowährungen, die an stabile Fiat-Währungen wie den US-Dollar oder Euro gebunden sind, um Volatilität zu minimieren. | USDT USDC DAI BUSD |
| DeFi Coins | Coins, die für dezentrale Finanzanwendungen entwickelt wurden, um Finanzdienstleistungen wie Kreditvergabe und Handel ohne Zwischenhändler zu ermöglichen. | UNI AAVE |
| Börsencoins (CEX und DEX) | Von zentralisierten oder dezentralisierten Börsen ausgegebene Coins, die oft Rabatte bei Transaktionsgebühren oder Stimmrechte bieten. | BNB UNI |
| Memecoins | Coins, die ihren Ursprung in Memes haben und oft nur zur Spekulation auf den Preis dienen. | |
| Liquid Staking Coins | Repräsentieren gestakte Kryptowährungen, die weiterhin handelbar bleiben, wodurch Nutzer die Liquidität ihrer gestakten Coins behalten können. | |
| NFT Coins | Coins, die mit dem Handel und der Erstellung von Non-Fungible Tokens (NFTs) verbunden sind. | |
| DePIN Coins | Unterstützen den Aufbau und die Nutzung dezentraler physischer Infrastrukturen, insbesondere für das Internet der Dinge (IoT). | |
| Layer 2 Coins | Skalierbarkeitslösungen für bestehende Blockchains, die Transaktionen schneller und kostengünstiger machen. | |
| GameFi Coins | Coins, die auf Blockchain-basierten Spielen ausgerichtet sind, bei denen Spieler Kryptowährungen verdienen und ausgeben können. | |
| Layer 0 Coins | Infrastruktur für die Interoperabilität zwischen verschiedenen Blockchains, die Kommunikation und Zusammenarbeit ermöglichen. | |
| RWA Coins | Repräsentieren reale Vermögenswerte, die auf der Blockchain abgebildet und gehandelt werden, und verbinden die traditionelle Finanzwelt mit der Krypto-Welt. | |
| Privacy Coins | Legen besonderen Wert auf Anonymität und Datenschutz bei Transaktionen. | |
| Governance Coins | Geben Inhabern das Recht, über die Weiterentwicklung und Entscheidungen in einem Blockchain-Projekt abzustimmen. | ___________ |
Was macht Altcoins so besonders?
Obwohl die meisten Altcoins auf ähnlichen Technologien wie Bitcoin basieren, etwa auf einer Blockchain, gibt es mittlerweile erhebliche Unterschiede. Altcoins unterscheiden sich von Bitcoin in mehreren wesentlichen Aspekten:
Technologische Unterschiede: Während Bitcoin hauptsächlich als digitales Geld und Wertspeicher konzipiert wurde, haben viele Altcoins zusätzliche Funktionen und Anwendungen. Einige Altcoins, wie Ethereum, ermöglichen es, Smart Contracts und dezentrale Anwendungen (dApps) auszuführen, was Bitcoin nicht kann.
Konsensmechanismen: Bitcoin verwendet das Proof-of-Work (PoW)-Verfahren, um Transaktionen zu validieren und neue Coins zu erzeugen. Viele Altcoins nutzen alternative Konsensmechanismen wie Proof-of-Stake (PoS), um energieeffizienter zu sein und schnellere Transaktionen zu ermöglichen.
Ziele und Anwendungsbereiche: Während Bitcoin ursprünglich als digitales Zahlungsmittel und Wertspeicher konzipiert wurde, um eine Alternative zu traditionellen Fiat-Währungen zu bieten, haben Altcoins oft spezifischere Ziele oder bedienen besondere Nischenmärkte. Stablecoins zielen beispielsweise darauf ab, Wertstabilität zu gewährleisten, während Privacy Coins wie Monero auf anonyme Transaktionen setzen. Es ist auch wichtig zu verstehen, dass viele Altcoins eher einer Beteiligung an Tech-Unternehmen ähneln und daher hochriskante Wetten auf die Zukunft dieser Kryptowährungsprojekte darstellen.
Spekulation: Last but not least, die Zeiten, in denen man mit 1000 € in Bitcoin Millionär werden konnte, sind vorbei. Bei Altcoins hingegen ist die Sache anders, da viel weniger Kapitalzuflüsse nötig sind, um den Kurs anschnellen zu lassen. Wenn man ehrlich ist, ist das Ziel, reich zu werden, mit Altcoins die Hauptmotivation, diese Coins zu kaufen und zu halten.
Entstehung & Entwicklung von Altcoins
Seit der Einführung von Bitcoin im Jahr 2009 hat sich die Welt der Kryptowährungen stetig weiterentwickelt. Während Bitcoin den Weg für digitale Währungen ebnete, führten Altcoins zu einer vielfältigeren und breiteren Nutzung des Krypto-Ökosystems.
2011: Die ersten Altcoins
Die ersten Altcoins entstanden, um Bitcoin zu ergänzen oder dessen Schwächen auszubessern. Namecoin, der im April 2011 ins Leben gerufen wurde, war der erste Altcoin und ermöglichte eine dezentrale Domain-Name-Registrierung.
Im Oktober desselben Jahres folgte Litecoin, das sich durch schnellere Transaktionsbestätigungen und einen neuen Hashing-Algorithmus auszeichnete und schnell den Ruf als „Silber zu Bitcoins Gold“ erlangte.
Peercoin, im August 2012 gestartet, führte als erste Kryptowährung das Proof-of-Stake-Konsensmodell ein und kombinierte es mit Proof-of-Work, um die Effizienz zu steigern.
Im Dezember 2013 entstand Dogecoin, ursprünglich als Parodie auf die Krypto-Hysterie, ist aber heute, mehr als 10 Jahre später, die einzige der ersten Kryptowährungen, die in den Top 10 aller Kryptos zu finden ist.
2014: Privatsphäre als erster Usecase
Im Jahr 2014 rückte der Datenschutz in den Fokus. Dash, das im Januar 2014 unter dem Namen XCoin gestartet wurde, ermöglichte schnelle und anonyme Transaktionen und führte das Konzept der Masternodes ein.
Im April 2014 folgte Monero, das sich schnell als führende Privacy-Kryptowährung etablierte, indem es vollständig anonyme Transaktionen ermöglichte.
2015: Die Ära der Smart Contracts
Mit der Einführung von Ethereum im Juli 2015 begann die Ära der programmierbaren Blockchains. Ethereum revolutionierte den Krypto-Markt durch die Einführung von Smart Contracts und dezentralen Anwendungen (dApps). Diese Plattform ermöglichte die Entwicklung neuer Kryptowährungen und Projekte auf ihrer Basis.
Im September 2017 wurde Cardano ins Leben gerufen, das besonderen Wert auf akademische Forschung legte, um eine skalierbare und nachhaltige Blockchain zu schaffen.
Tron, das im Mai 2018 startete, fokussierte sich auf den Aufbau eines dezentralen Internets, insbesondere für die Unterhaltungsindustrie.
EOS, das im Juni 2018 folgte, versprach, die Skalierungsprobleme von Ethereum zu lösen und sich als „Ethereum Killer“ bezeichnete, wurde jedoch von Anfang an aufgrund von Zentralisierungsbedenken kritisiert und kann heute als gescheitert bezeichnet werden.
2019: Multichain- und Layer-2-Lösungen
Während Ethereum weiterhin die führende Plattform blieb, wurden Lösungen entwickelt, um die Skalierbarkeit zu verbessern. Im März 2019 wurde Cosmos gestartet, das als „Internet der Blockchains“ bekannt wurde und die Interoperabilität zwischen verschiedenen Blockchains ermöglichte.
Im Mai 2020 folgte Polkadot, das die Kommunikation und Zusammenarbeit verschiedener Blockchains in einem Netzwerk ermöglichte.
Polygon, das 2020 als Sidechain-Lösung eingeführt wurde, wickelt Transaktionen außerhalb der Ethereum-Hauptkette ab, um die Gebühren zu senken und die Geschwindigkeit zu erhöhen.
Optimism und Arbitrum, beide 2021 gestartet, nutzen Rollups, um Transaktionen effizienter und kostengünstiger zu gestalten.
Base, eine Layer-2-Blockchain, die 2023 von Coinbase gestartet wurde, zielt darauf ab, die Skalierbarkeit und Benutzerfreundlichkeit von Ethereum zu verbessern.
2024: Der heutige Stand
Im Jahr 2024 hat sich die Altcoin-Landschaft weiter diversifiziert. Während Ethereum weiterhin dominant ist, entwickeln sich ständig neue Projekte, die verschiedene Bedürfnisse und Technologien ansprechen.
Solana, das 2020 gestartet wurde, ist bekannt für schnelle Transaktionen und niedrige Gebühren und hat sich besonders im DeFi- und NFT-Bereich etabliert.
BNB, ebenfalls 2020 von Binance ins Leben gerufen, umfasst die BNB Chain und die Binance Smart Chain, steht jedoch aufgrund der zentralen Kontrolle durch Binance in der Kritik.
Avalanche, das 2020 gestartet wurde, bietet eine flexible Plattform für dezentrale Anwendungen mit interoperablen Blockchains.
Near Protocol, ebenfalls 2020 gestartet, ist eine Layer-1-Blockchain, die durch ihren einzigartigen Sharding-Mechanismus hohe Skalierbarkeit und Benutzerfreundlichkeit bietet.
Fantom, auch 2020 gestartet, ist eine schnelle, skalierbare Plattform, die besonders im DeFi-Sektor stark genutzt wird.
Aptos, das 2022 startete, legt besonderen Wert auf Skalierbarkeit und Sicherheit und wird als potenzieller Konkurrent zu Ethereum angesehen.
Sui, eine 2023 gestartete Layer-1-Blockchain, zielt auf hohe Geschwindigkeit und niedrige Gebühren ab, insbesondere für Gaming- und DeFi-Anwendungen.
Was sollte man bei Altcoins beachten?
Wenn du in Altcoins investieren willst, gibt es ein paar Dinge, auf die du unbedingt achten solltest, um nicht deine Kohle in irgendwelche Shitcoins reinzubuttern und dann nach -95 % mit Clownsgesicht dazustehen.

Über den Autor
Hi, ich bin David und schreibe hier über meine eigenen Erfahrungen zum Thema Krypto, Blockchain und Bitcoin. Mehr erfährst du auf der „Über uns“-Seite.


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