Vor- und Nachteile einer Blockchain

David Eggert
21/07/24
Blockchain ist ein Begriff, der in den vergangenen Jahren stark an Bedeutung gewonnen hat. Ursprünglich durch Bitcoin bekannt geworden, hat sich die Technologie inzwischen in vielen Bereichen etabliert. Doch wie bei jeder Technologie gibt es auch bei der Blockchain sowohl Vorteile als auch Nachteile.
Diese beziehen sich dabei auf die am häufigsten genutzten Blockchains bekannter Kryptowährungen wie Bitcoin oder Ethereum und nicht auf private Blockchains in Unternehmen.
Die Blockchain ist sowohl eine öffentliche Datenbank als auch ein Netzwerk aus Tausenden vernetzen Computern. Mehr dazu findest du im Ratgeber zu Blockchains und deren Funktionsweise.
Vorteile einer Blockchain
Dezentralisierung
Einer der größten Vorteile der Blockchain ist die Dezentralisierung. Keine zentrale Instanz kontrolliert die Daten, sondern alle Teilnehmer des Netzwerks haben eine Kopie und tauschen sich untereinander mithilfe der Blockchain über den aktuellen Stand der Daten aus.
Das bedeutet, dass keine zentrale Behörde oder ein Unternehmen die Macht hat, die Daten ohne Weiteres zu manipulieren. Entscheidungen über Änderungen der Daten werden im Kollektiv durch sogenannte Konsensmechanismen getroffen. Bei Bitcoin ist das der Nachweis über die investierte Rechenleistung, auch Proof-of-Work genannt.

Muss man wissen
Bei einer Blockchain muss sich ein großes Netzwerk an Computern erst über den aktuellen Datenstand synchronisieren. Das führt dazu, dass sie immer langsamer ist, als herkömmliche zentralisierte Datenbanken, die die Daten einfach von einem Server an alle andere Teilnehmer verteilen.1
Transparenz
Die Transparenz der Blockchain ist einer ihrer herausragendsten Vorteile. Jede Transaktion, die auf der Blockchain stattfindet, wird öffentlich festgehalten und ist für alle einsehbar. Jede Transaktion kann bis zu ihrem Ursprung zurückverfolgt werden. Das bedeutet, dass jede Bewegung von Wert oder Information auf der Blockchain eine klare, überprüfbare Historie hat.
Durch die vollständige Transparenz können alle Beteiligten sicher sein, dass keine Transaktion manipuliert oder gefälscht wurde. In einer traditionellen Datenbank könnte ein Administrator theoretisch Daten ändern, ohne dass andere dies bemerken. In einer Blockchain ist dies praktisch unmöglich.
Sicherheit
Einmal auf der Blockchain gespeicherte Daten können nicht ohne enormen Aufwand geändert oder gelöscht werden. Dies wird durch die Verkettung der Blöcke erreicht, wobei jeder Block eine Art digitalen Fingerabdruck (Hash genannt) des vorherigen Blocks enthält. Somit entsteht eine Kette aus Datenblöcken, wonach der Begriff Blockchain (Blockkette) kommt.
Um eine Transaktion zu ändern, müsste man ab dem zu ändernden Block jeden nachfolgenden Block ebenfalls ändern, was praktisch unmöglich ist. Für einen oder zwei Blöcke ist es vielleicht noch unter extremen Kostenaufwand möglich, aber ab sechs Blöcken besteht keine Chance mehr und die Daten sind sozusagen für alle Ewigkeiten in der Blockchain eingebrannt.
Da die Blockchain dezentralisiert ist, gibt es keinen Single Point of Failure. Das bedeutet, dass das System nicht durch einen Angriff auf eine zentrale Stelle lahmgelegt oder kompromittiert werden kann. Um die Blockchain zu manipulieren, müsste ein Angreifer die Kontrolle über die Mehrheit der Netzwerkknoten übernehmen, was ebenfalls praktisch unmöglich ist.
Datenintegrität
Wie bereits zuvor bei Sicherheit erwähnt, können die Daten der Blockchain nicht einfach so geändert oder gelöscht werden. Dies schafft eine unveränderliche und permanente Aufzeichnung aller Daten.
Jegliche Manipulation würde sofort auffallen. Diese Eigenschaft sorgt für eine hohe Datenintegrität, da alle Informationen in ihrer ursprünglichen Form erhalten bleiben. Besonders in Bereichen wie dem Finanzwesen, der Lieferkette oder der Dokumentation ist diese Eigenschaft von großer Bedeutung, da sie eine zuverlässige und transparente Aufzeichnung aller Vorgänge ermöglicht.
Allerdings gibt es auch Herausforderungen bei der Integration externer Daten in die Blockchain, bekannt als das Oracle-Problem.
Nachteile einer Blockchain
Skalierbarkeit
Die Blockchain-Technologie steht noch vor erheblichen Herausforderungen, was die Skalierbarkeit betrifft. Aktuelle Blockchains haben Schwierigkeiten, große Mengen an Transaktionen schnell und effizient zu verarbeiten. Die Netzwerke können überlastet werden, was zu hohen Transaktionsgebühren und langsamen Verarbeitungszeiten führt.
Ein typisches Beispiel ist das Bitcoin-Netzwerk, bei dem Transaktionen in Zeiten hoher Nachfrage erheblich verzögert werden können, weil nur etwa sieben Transaktionen pro Sekunde verarbeitet werden.2 Aber auch Ethereum leidet unter ähnlichen Problemen, besonders bei der Ausführung von Smart Contracts.
Diese Skalierbarkeitsprobleme sind ein bedeutendes Hindernis für die Massenadoption der Technologie, da sie die Nutzererfahrung negativ beeinflussen und die praktische Anwendung im Alltag einschränken.
Ineffizienz
Obwohl die Blockchain-Technologie einige Prozesse automatisieren und beschleunigen kann, ist sie im Vergleich zu zentralen Datenbanken oft weniger effizient. Der Hauptgrund dafür liegt in der Art und Weise, wie Daten in der Blockchain gespeichert und verarbeitet werden. Jede Transaktion muss von einer Vielzahl von Knoten im Netzwerk validiert und gespeichert werden, was zu einer redundanten Datenspeicherung führt.
Diese Dezentralisierung, die für die Sicherheit und Unveränderlichkeit der Blockchain sorgt, bedeutet auch, dass jede Änderung oder Transaktion im gesamten Netzwerk verbreitet und bestätigt werden muss. Dieser Prozess erfordert deutlich mehr Rechenleistung und Zeit als bei zentralisierten Systemen, in denen Daten an einem Ort verarbeitet werden können. Infolgedessen können Blockchain-Transaktionen langsamer und teurer sein, besonders in Zeiten hoher Netzwerkaktivität.
Dies macht die Blockchain-Technologie zu einer vergleichsweise ineffizienten Datenbanklösung für Anwendungen, die hohe Geschwindigkeit und geringe Transaktionskosten erfordern.
Kosten
Die Kosten sind ein wichtiger Aspekt für alle Personen, die Blockchain-Technologie nutzen möchten. Transaktionskosten können je nach Netzwerk und Auslastung erheblich variieren. Bei stark frequentierten Blockchains wie Bitcoin oder Ethereum können die Gebühren in die Höhe schießen, wenn das Netzwerk überlastet ist.
Diese Kosten entstehen, weil Miner oder Validatoren für die Bearbeitung und Bestätigung von Transaktionen belohnt werden und nur begrenzt viel gleichzeitig verarbeitet werden kann. Bei hoher Nachfrage steigt so die Gebühr, um sicherzustellen, dass Transaktionen schnell bestätigt werden.
In einer Welt, in der Nutzer einfach schon kostenlose Überweisungen erwarten, sind umgerechnet 5 € Gebühren für eine einzige Transaktion sehr abschreckend.3
Quellen

Über den Autor
Hi, ich bin David und schreibe hier über meine eigenen Erfahrungen zum Thema Krypto, Blockchain und Bitcoin. Mehr erfährst du auf der „Über uns“-Seite.

