Was ist ein Krypto-Wallet und welche gibt es?

David Eggert

03.08.2024

Wenn du deine Kryptowährungen wie Bitcoin oder Ether selbst verwahren und verwenden möchtest, benötigst du ein eigenes Krypto-Wallet. Was das genau ist, welche Arten es gibt und was du unbedingt beachten solltest, schauen wir uns hier im Detail an.

  • Kryptowährungen basieren auf kryptografischen Verfahren, die mit Schlüsseln arbeiten. Das kannst du dir wie eine Art Passwort oder Pin vorstellen, mit denen man die Kryptowährungen wie Bitcoin oder Ether verwenden kann.
  • Ein Krypto-Wallet speichert diese Schlüssel und bietet eine Oberfläche, auf der du deine Bestände an Coins übersichtlich sehen, versenden und ausgeben kannst. Es ist sozusagen eine Art digitale Geldbörse. Daher kommt auch der Begriff „Wallet“. 
  • Ein Krypto-Wallet ist nichts anderes als eine Schnittstelle zwischen dir und der Blockchain, um deine Kryptowährungen zu verwahren oder an eine andere Adresse zuschicken.
  • Im Gegensatz zum Geld in deinem Portemonnaie, befinden sich Kryptowährungen allerdings nicht im Wallet selbst, sondern als Einträge auf einer Blockchain.

Wie der Zusammenhang mit den Schlüsseln, Krypto-Wallet, der Blockchain und den Kryptowährungen ist, erfährst du später bei der Funktionsweise von Krypto-Wallets.

Arten von Krypto-Wallets

Es gibt verschieden Möglichkeiten Wallets zu unterteilen, zum Teil mit mehreren Begriffen für das gleiche Wallet. Eine sinnvolle Unterteilung von Wallets ist in Cold und Hot Wallets. Dabei steht kalt (cold) bzw. heiß (hot) dafür, wie hoch das Risiko ist, dass deine Coins gestohlen werden können – je heißer, desto höher das Risiko.

Cold-WalletsHot-Wallets
  1. Hardware-Wallet
  2. Paper-Wallet
  3. Steel-Wallet
  1. Software-Wallet
  2. Custodial-Wallet
Speichern den privaten Schlüssel offline, sodass Hacker nicht über das Internet die Kryptowährungen stehlen könnenSpeichern die privaten Schlüssel auf Online-Geräten, um Kryptowährungen schnell und flexibel verwenden zu können

Cold-Wallets

Cold steht für das geringe Risiko auf Verlust, das du mit dem Krypto-Wallet eingehst. Bei einem Cold-Wallet ist es rein technisch ausgeschlossen, dass Betrüger oder Hacker deine Kryptowährungen online stehlen können. Solange du selbst nicht zur Schwachstelle wirst (mehr dazu später), ist das Risiko kalt bzw. das Wallet sehr sicher.

Das wird durch die Offline-Speicherung deiner privaten Schlüssel erreicht. Ist etwas nicht mit dem Internet verbunden, kann es auch nicht über das Internet an Fremde gelangen.

1. Hardware-Wallets

Hardware-Wallets sind kleine Geräte, die zwar mit PCs und Smartphones mit Internetzugang gekoppelt werden können, aber deinen privaten Schlüssel nicht übertragen. Dieser liegt sicher auf einem Chip im Gerät, und Transaktionen müssen physisch am Gerät bestätigt werden. Niemand kann von außen über das Internet darauf zugreifen und deine Coins versenden.

Die beliebtesten Hardware-Wallet-Hersteller sind Ledger, BitBox und Trezor. Der Vorteil dieser Wallets ist die ausgezeichnete Kombination aus Sicherheit und einfachem Zugang.

Ledger Nano X
BitBox02 Bitcoin Edition
Trezor Safe 3

So kann man direkt die Kryptowährungen verschicken, benutzen oder einfach speichern und hat trotzdem die Gewissheit, dass niemand Fremdes die Coins stehlen kann. Die Hardware-Wallets kommen auch mit Programmen für den PC oder Apps fürs Handy, mit denen du deine Coins in Verbindung mit dem Gerät verwalten kannst.

Ein Nachteil ist natürlich der Preis, der um die 100 € beträgt. Dies lohnt sich aber bei größeren Summen jenseits der 1.000 € in Kryptowährungen auszugeben.

wieder keiner

Muss man wissen

Da Kryptowährungen als Einträge auf einer Blockchain existieren, können sie auch nicht verloren gehen, wenn das Hardware-Wallet zerstört wird. Ein Hardware-Wallet speichert nur den privaten Schlüssel, um die eigenen Coins zu bewegen. Du kannst es dir wie bei einer Smartphone-Banking-App vorstellen. In der App können zwar Überweisungen freigeben werden, aber das Geld liegt nicht in der App auf deinem Smartphone. deinem Handy. Es dient nur als Schnittstelle zur Bank.

2. Paper-Wallets

Ein Paper Wallet ist eine einfache und sichere Methode, um Kryptowährungen offline zu speichern. Dabei wird der private Schlüssel, oft in Form einer Seed Phrase mit 12 oder 24 Wörtern, auf einen Zettel aus Papier notiert und sicher aufbewahrt. Was das genau ist, erfährst du später bei der Funktionsweise von Wallets.

Klassisches Paper-Wallet, mit Seed Phrase auf Papier notiert
Paper Wallet für Bitcoin, das online generiert werden kann, um es auszudrucken und physisch aufbewahren, zu können.

Der größte Vorteil eines Paper Wallets ist die Sicherheit. Da der private Schlüssel offline aufbewahrt wird, ist es technisch ausgeschlossen, dass Betrüger oder Hacker deine Kryptowährungen online stehlen können.

Es gibt jedoch auch Nachteile. Du kannst die Coins nicht schnell bewegen, da der Zugriff auf die Seed Phrase und die Eingabe in ein entsprechendes Gerät oder eine Anwendung Zeit erfordert. Außerdem ist Papier nicht sehr langlebig und kann leicht beschädigt werden, was zum Verlust des privaten Schlüssels führen kann.

3. Steel-Wallets 

Ein Steel Wallet ist eine robuste und langlebige Methode, um die Seed Phrase deines Krypto-Wallets sicher aufzubewahren. Der private Schlüssel wird als Seed Phrase mit 12 oder 24 Wörter in Stahl gestanzt, geritzt oder geätzt, um ihn sicher zu Hause aufzubewahren. 

In Stahl eingestanzte Seed Phrase mit 24 Wörtern
Steel Wallet mit einzelnen vorgefertigten Buchstaben zum Speichern der Seed Phrase

Ähnlich wie bei Paper Wallets hast du hier den großen Vorteil der Offline-Speicherung. Das bedeutet, deine Seed Phrase hat niemals eine Verbindung zum Internet und ist somit vor Hackern und Betrügern geschützt. Der Vorteil von Stahl ist seine extreme Haltbarkeit. Auch wenn dein Haus abbrennt oder überschwemmt wird, bleibt deine Seed Phrase sehr wahrscheinlich trotzdem lesbar (jedenfalls besser als auf einem Zettel aus Papier).

Der Nachteil ist jedoch, dass du keine Möglichkeit hast, schnell auf deine Coins zuzugreifen oder sie zu bewegen. Als reines Wallet finde ich es etwas unpraktisch, aber es ist eine hervorragende Backup-Möglichkeit. Mehr dazu später bei Wallet-Kombinationen.

Hot-Wallets

Bei Hot-Wallets ist das Risiko, anders als bei Cold-Wallets, sehr hoch (heiß), dass Kryptowährungen durch Fremde entwendet werden könnten. Das liegt daran, dass bei diesen Krypto-Wallets die privaten Schlüssel eine permanente Verbindung zum Internet haben und es keine wirkliche Barriere zu Hackern gibt.

Sobald Betrüger Zugriff auf dein Gerät oder deinen Account bekommen, können deine Kryptowährungen gestohlen werden. Diese Coins können, anders als Kreditkartenzahlungen oder Überweisungen, nicht zurückgebucht werden.

Folgende Krypto-Wallets zählen zu Hot-Wallets:

1. Software-Wallets

Software-Wallets sind Apps fürs Smartphone, Computerprogramme oder Browsererweiterungen, die deine Kryptowährungen verwalten. Hier liegen die privaten Schlüssel auf deinem Gerät, das mit dem Internet verbunden ist. Dazu zählen Metamask, Rabby Wallet, Trust Wallet, Exodus und viele mehr. 

Aufgrund des einfachen Zugangs, der benutzerfreundlichen Oberflächen und der unterstützten Coins sind diese Wallets die beliebtesten. Für den Anfang reichen sie völlig aus, wenn du damit ein paar Hundert Euro in Krypto hältst. Hast du aber später vierstellige Beträge auf diesem Krypto-Wallet, solltest du darüber nachdenken, auf ein Hardware-Wallet upzugraden.

Exodus Wallet als App auf dem Smartphone zeigt Guthaben an Kryptos, ermöglicht das Empfangen, Senden und Ausgeben von Kryptowährungen.
Rabby Wallet als Browsererweiterung zeigt Guthaben an Kryptos und ermöglicht es, mit Krypto-Webseiten zu interagieren, um dort die Coins zu tauschen.

2. Custodial-Wallets

Custodial-Wallets, vom Englischen „custody“ für Aufbewahrung oder Obhut, sind Krypto-Wallets von Krypto-Börsen oder anderen Unternehmen, bei denen du Kryptowährungen hältst. Hierzu gehören unter anderem Coinbase, Kraken, Bitvavo, Bison, Binance und Bitpanda. 

Wallet auf der Krypto-Börse Bitvavo mit Übersicht zu gehaltenen Coins
Wallet beim Anbieter Bison mit Portfolio der eignen Coins

Hat jemand Zugriff auf deinen Account, kann er leicht deine Coins abheben. Die Krypto-Börsen haben mittlerweile viele Sicherheitsfeatures eingeführt, von 2-Faktor-Authentifizierung bis zu Whitelisten von Adressen und Master-Passwörtern, die Änderungen am Account verhindern.

wieder keiner

Muss man wissen

Viele Krypto-Börsen haben neben ihren Custodial-Wallets noch zusätzliche Software-Wallets. Das sind eigenständige Wallets, auf die du zuerst deine Coins übertragen musst (wie auch bei anderen Software-Wallets), und dann bist du ebenfalls komplett selbst für deine Kryptos verantwortlich. Also Coinbase-Wallet ist nicht das Gleiche wie Kryptos in deinem Coinbase-Account.

In der Krypto-Community sind Custodial-Wallets sehr umstritten, da es immer wieder zu Hacks und Pleiten kommt und die Kunden dann das Nachsehen haben. Hier kommt aber mein Hot Take dazu: 

Ist die Börse in der EU reguliert und gehört zu den größeren, bekannten Playern, die seit fast einem Jahrzehnt am Markt sind, ist es sehr unwahrscheinlich, dass deine Coins dort plötzlich verschwinden. Die Anzahl an Menschen, die durch unsachgemäßen Umgang mit Wallets ihre Coins verlieren, dürfte deutlich höher sein als die Menschen, die von einer Krypto-Börsen-Pleite betroffen sind.

Trotzdem würde ich meine Coins ab einer bestimmten Summe von den Börsen abheben und selbst verwalten. Davor solltest du aber verstanden haben, wie Wallets funktionieren und welche Sicherheitsrisiken es zu beachten gilt.

Wie funktionieren Krypto-Wallets?

Krypto-Wallets und die jeweiligen Kryptowährungen funktionieren mithilfe von privaten und öffentlichen Schlüsseln, der asymmetrische Verschlüsselung, Blockchains und digitalen Signaturen. Das kann schnell etwas komplex werden, daher schauen wir uns das als vereinfachte Fassung mit einem simplen Beispiel an.

Private & öffentliche Schlüssel

Man erzeugt einen privaten Schlüssel, also eine lange Zeichenkette mit einem Online-Generator oder mit der Software des Wallets. Bei Kryptowährungen wie Bitcoin oder Ether kommt häufig die Elliptische-Kurven-Kryptografie zum Einsatz.

Aus diesem privaten Schlüssel kann man einen öffentlichen Schlüssel und eine eigene Adresse erstellen. Der private Schlüssel muss (wie der Name schon sagt) immer privat bleiben, während der öffentliche Schlüssel mit anderen geteilt werden kann.

Beide Schlüssel sind mathematisch miteinander verbunden, sodass man Nachrichten mit einem der beiden Schlüssel verschlüsseln und nur mit dem anderen Schlüssel wieder entschlüsseln kann.

Seed Phrase

Bei den meisten Wallets wirst du aber selten mit den privaten oder öffentlichen Schlüsseln in direkten Kontakt kommen, weil das die Wallet Software für dich übernimmt. Allerdings ist es ratsam immer ein physischen Backup des privaten Schlüssel zu machen.

Wie du zuvor am Beispiel gesehen hast, ist der private Schlüssel nur schwer zu merken und aufschreiben dauert auch lange und ist fehleranfällig. Deswegen werden private Schlüssel aus sogenannten Seed Phrases generiert.

Eine Seed Phrase besteht aus einer Liste englischer Wörter in einer bestimmten Reihenfolge – meistens mit 12 oder 24 insgesamt.

Beispiel für einen privaten Schlüssel, den man sich im Rabby Software-Wallet generieren und anzeigen lassen kann.
Beispiel für eine Seed Phrase mit 12 Worten, die durch das Software-Wallet Rabby erstellt werden kann.

Auch wenn es durch die Auswahl an Wörtern so wirkt, als könnte man die Seed Phrase durch Probieren erraten, ist das praktisch unmöglich. Allein bei der zufälligen Anordnung von zwölf Wörtern ergeben sich 5.444.517.870.735.015.415.413.993.718.908.291.383.296 Kombinationsmöglichkeiten. Das zu berechnen, würden mit den stärksten Rechnern mehrere Milliarden Jahre dauern.

Adressen

Aus den privaten und öffentlichen Schlüsseln können beliebig viele Adressen generiert werden. Eine Adresse ist nichts anderes, als der Ort, an dem man die Kryptowährungen schicken kann. Mit dem generierten Schlüssel hat man dann Zugang auf alle Adressen, die aus diesem Schlüssel erstellt worden sind.

Beispiel wie das Rabby Software-Wallet aus Schlüsseln viele verschieden Adressen generiert.
Eine der generierten Adresse im Rabby Wallet kann dazu genutzt werden, um dort Coins zu empfangen.

Das ist wie eine Art Konto bei deiner Bank mit entsprechender IBAN. Mit dem Passwort loggst du dich ein, hast Zugriff auf dein Guthaben und kannst ein neues Unterkonto mit eigener IBAN erstellen.

Dein Krypto-Wallet speichert diese privaten und öffentlichen Schlüssel sowie die dazugehörigen Adressen für dich und ermöglicht den einfachen Zugriff auf deine Kryptowährungen. Möchtest du etwa Bitcoin erhalten, kannst du dir im Wallet deine Bitcoin-Adresse anzeigen lassen und dort Bitcoins hinschicken lassen.

Eine mögliche Bitcoin-Adresse aus dem zuvor genannten Schlüssel wäre zum Beispiel:
bc1qcmjqkv5haqj8ak2jkdkcdvj373qfqvzvc5hc4h.

Digitale Signaturen

Wenn du von deinem Wallet eine Transaktion an eine andere Adresse tätigen möchtest, dann verschlüsselt dein Wallet diese Anfrage mit deinem privaten Schlüssel und sendet sie an das Bitcoin-Netzwerk (wenn du Bitcoin verschicken möchtest).

Dies wird auch als digitale Signatur bezeichnet und ist ähnlich wie eine Unterschrift unter einem Scheck, den du einlösen möchtest. Das Netzwerk entschlüsselt dann mit deinem öffentlichen Schlüssel deine Anfrage und bestätigt die Signatur. Wenn der private und der öffentliche Schlüssel sowie die Adresse zusammenpassen, wird deine Anfrage als gültig angesehen und die Transaktion wird ausgeführt.

Ein Krypto-Wallet übernimmt diesen Prozess für dich, wenn du Coins zum Beispiel an einen Freund oder an eine Krypto-Börse senden möchtest.

Zusätzlich bietet ein Krypto-Wallet häufig eine benutzerfreundliche Oberfläche, die es dir ermöglicht, deine Transaktionen zu verfolgen, deine Adressen zu verwalten und sogar den aktuellen Wert deiner Kryptowährungen in Echtzeit zu überwachen.

Krypto-Wallet am Beispiel

Du hast sicher schon mal eines dieser Schließfächer mit durchsichtigen Fächern gesehen. Jeder kann zwar den Inhalt sehen, aber öffnen kann man das Schließfach nur mit dem passenden Schlüssel.

So ähnlich ist es auch mit Kryptowährungen wie Bitcoin oder Ether. Wer, wie viele Bitcoins oder Ether besitzt, wird auf der Blockchain gespeichert. Die Blockchain ist komplett transparent und zeigt für alle Teilnehmer ganz genau alle Transaktionen und Guthaben. Die Guthaben werden dabei bestimmten Adressen zugeordnet.

Ein Schließfach als Beispiel dafür, was ein Krypto-Wallet überhaupt ist. Das Wallet speichert den Schlüssel (1), um auf die Kryptowährungen (3) zugreifen zu können, die auf einer bestimmten Adresse (2) liegen. Als Analogie kann man sich das wie in der Abbildung als ein Schließfach vorstellen. Digitale Schlüssel bei Kryptowährungen sind nicht so leicht zu handhaben wie ein einzelner Schlüssel eines Schließfachs. Das Wallet verwaltet daher die eigenen digitalen Schlüssel und Adressen.

In unserem Fall wäre die Wand mit den ganzen Schließfächern die Blockchain und das einzelne Fach eine Adresse. Die Kryptowährungen befinden sich dann auf der Adresse bzw. im Schließfach.

Jeder, der diesen Schlüssel kennt, kann die Kryptowährungen auch bewegen oder in unserem Beispiel das Schließfach öffnen und den auf den Inhalt zugreifen.

Die Schlüssel bei Kryptowährungen sind aber nicht so leicht zu merken und etwas unhandlich, wie du am Beispiel von diesem Schlüssel siehst: cfd18bf1ce83b322c885d4ebbb0e9017def5595323bec813c43770e09bdb9f06. 😅

Stell dir vor, du müsstest bei jedem Öffnen des Schließfachs diesen Code eingeben. Deswegen gibt es Wallets, die den Schlüssel speichern und bei Bedarf für dich verwenden. Das Wallet ist also nur eine Hilfe bei der Verwaltung deiner Schlüssel, Adressen und Guthaben an Kryptowährungen.

Worauf man bei Krypto-Wallets achten sollte

Beim Umgang mit Krypto-Wallets gibt es einige entscheidende Punkte, die du beachten solltest, um deine Kryptowährungen sicher zu verwahren und zu verwalten. Hier sind die wichtigsten Aspekte:

1. Verstehen, wie ein Wallet funktioniert und wie man sicher mit Seed Phrases umgeht

Bevor du ein Wallet nutzt, ist es essenziell, zu verstehen, wie es funktioniert. Um es noch einmal zu wiederholen: Ein Krypto-Wallet speichert nicht deine Coins selbst, sondern die privaten Schlüssel, die den Zugang zu deinen Coins ermöglichen. Der private Schlüssel ist eine lange Zeichenkette, die direkt auf dein Wallet zugreifen kann und Transaktionen ermöglicht. 

Die Seed Phrase hingegen ist eine Reihe von 12 oder 24 Wörtern, die als Backup für deinen privaten Schlüssel dient. Sie wird bei der Erstellung des Wallets generiert und kann verwendet werden, um deinen privaten Schlüssel wiederherzustellen, falls du den Zugriff auf dein Wallet verlierst. 

Bewahre diese Seed Phrase sicher auf, teile sie niemals mit jemandem und speichere sie offline, um sie vor Online-Angriffen zu schützen.

2. Unterstützte Kryptowährungen

Überprüfe, welche Kryptowährungen das Wallet unterstützt. Wenn du mehrere verschiedene Coins hältst, benötigst du ein Wallet, das diese alle verwalten kann. Wallets wie Metamask, Trust Wallet und Rabby Wallet unterstützen sehr viele verschiedene Kryptowährungen. 

Bevor du dich für ein kostenpflichtiges Hardware-Wallet entscheidest, solltest du prüfen, welche Coins verfügbar sind, um sicherzustellen, dass deine bevorzugten Kryptowährungen unterstützt werden. Ledger ist dabei mit den unterstützen Coins ganz vorn mit dabei.

3. Originale Software

Wenn du ein Software-Wallet verwendest, stelle sicher, dass du es nur von der offiziellen Website des Anbieters herunterlädst. Es gibt viele gefälschte Wallets und Phishing-Seiten, die darauf abzielen, deine privaten Schlüssel zu stehlen.

Gib niemals deine Seed Phrase auf irgendwelchen Websites ein und schicke sie auch auf keinen Fall an Fremde.

Überprüfe auch nach der Installation, ob du wirklich die originale Software von der offiziellen Quelle installiert hast.

4. Hardware Wallets niemals gebraucht kaufen

Kaufe Hardware Wallets immer neu und direkt vom Hersteller oder einem autorisierten Händler. Gebrauchte Hardware Wallets könnten manipuliert sein und Sicherheitslücken aufweisen, die deine Bestände an Kryptos gefährden.

Die Investition in ein neues, ungebrauchtes Gerät ist es definitiv wert.

5. Kompatibilität

Stelle sicher, dass das Wallet, das du auswählst, mit den Geräten kompatibel ist, die du verwenden möchtest. Nicht alle Hardware Wallets sind mit allen Betriebssystemen oder Geräten kompatibel, insbesondere bei iPhones.

Überprüfe die Kompatibilität, bevor du eine Entscheidung triffst, um sicherzustellen, dass du das Wallet problemlos nutzen kannst.

Wallets kombinieren

Was häufig in Ratgebern zu Wallets fehlt und auch sonst kaum bekannt ist: Man kann verschiedene Wallets miteinander kombinieren, um das beste Verhältnis zwischen einfachem und schnellem Zugang sowie Sicherheit zu erreichen. Praktisch umgesetzt sieht das dann folgendermaßen aus:

Viele der bekannten Software-Wallets wie Exodus, Trust Wallet, Rabby Wallet und Metamask ermöglichen es, eine Verbindung zu einem Hardware-Wallet herzustellen.

Ledger Nano S Plus Hardware-Wallet mit Notizzettel für Seed Phrase.
Trust Wallet ist ein Software-Wallet, welches sich mit einem Ledger Hardware-Wallet verbinden lässt

So kannst du das Software-Wallet wie gewohnt nutzen und alle unterstützten Kryptowährungen dort verwenden, steuerst aber den Zugang zu den Kryptos über dein Hardware-Wallet. Das Software-Wallet sendet eine Anfrage an dein Hardware-Wallet. Dort im Display kannst du die Anfrage sehen und mit den Knöpfen bestätigen.

Folgende Kombinationen sind möglich:

  • Ledger Nano S Plus + Rabby, Metamask, Coinbase Wallet, Trust Wallet
  • BitBox02 Multi + Rabby
  • Trezor Safe 3 + Exodus

Diese Kombinationen lohnen sich hauptsächlich dann, wenn das andere Wallet bestimmte Coins unterstützt, die in der App des Hardware-Wallet-Herstellers nicht verfügbar sind. Außerdem ist es praktisch, wenn du gerne im Browser verschiedene Web3- oder DeFi-Anwendungen verwenden möchtest.

Durch diese Kombinationen kannst du sicherstellen, dass du das Beste aus beiden Welten bekommst: den einfachen und schnellen Zugang zu deinen Kryptowährungen und die Sicherheit, die nur ein Hardware-Wallet bieten kann.

Backup mit Steel Wallet

Ein Steel Wallet eignet sich hervorragend als Backup, wenn man es mit einem Hardware- oder Software-Wallet kombiniert. Sollte dein Hardware-Wallet kaputtgehen oder dein PC bzw. Smartphone den Geist aufgeben, bleibt deine Seed Phrase sicher auf der Metallplatte gespeichert. 

Die perfekte Kombination von Wallets könnte dann so aussehen:

  • Hardware-Wallet, auf dem die privaten Schlüssel sicher gespeichert sind
  • Software-Wallet, das mit dem Hardware-Wallet kombiniert wird, um Coins schnell und einfach zu empfangen und zu versenden
  • Steel-Wallet, auf dem die Seed-Phrase als Backup steht, falls dein Gerät mit Software oder das Hardware-Wallet beschädigt oder zerstört werden sollte

So kannst du jederzeit auf ein neues Gerät zugreifen und deine Kryptowährungen wiederherstellen. Mit dieser Kombination bist du gegen alle Eventualitäten abgesichert und musst dir keine Sorgen machen.

Über den Autor

Hi, ich bin David und schreibe hier über meine eigenen Erfahrungen zum Thema Krypto, Blockchain und Bitcoin. Mehr erfährst du auf der „Über uns“-Seite.