Wie funktioniert Bitcoin?

Wie funktioniert Bitcoin? – einfach erklärt

David Eggert

15/04/24

Um zu verstehen, wie Bitcoin wirklich funktioniert, schauen wir uns die einzelnen Technologien an, auf denen Bitcoin aufgebaut ist. Die wahre Innovation liegt nämlich in der Kombination aus dem, was schon Jahrzehnte vor Bitcoin bekannt war.

Das Wichtigste zusammengefasst:

  • Bitcoin funktioniert durch ein Netzwerk aus Computern, die miteinander verbunden sind und einander Daten austauschen können.
  • Diese Computer im Bitcoin-Netzwerk führen die Bitcoin-Software aus und werden als Bitcoin-Knoten bezeichnet. Diese Knoten (engl. nodes) können verschiedene Rollen übernehmen. Einige prüfen Daten lediglich auf Korrektheit, während andere beim sogenannten Bitcoin-Mining ihre Rechenleistungen aufbringen, um neue Bitcoins zu finden.
  • Alle Bitcoin-Knoten nutzen eine gemeinsame Datenbank (auch Bitcoin-Blockchain genannt), in dem die gesamten Informationen über Bitcoin gespeichert werden, z. B. wer viel Bitcoins besitzt.
  • Die Besonderheit ist, dass diese Bitcoin-Blockchain als identische Kopie auf einer Vielzahl von Bitcoin-Nodes gespeichert wird. Da Bitcoin so nicht auf einem zentralen Server läuft, sondern auf tausenden einzelnen Rechner, wird Bitcoin auch als dezentral bezeichnet.
  • Das Bitcoin-Netzwerk einigt sich anhand von investierter Rechenleistung selbstständig darüber, wer Daten verändern und hinzufügen darf und sorgt zusätzlich dafür, dass alle den aktuellen Stand der Daten kennen.
  • Durch einen Prozess namens Bitcoin-Mining können bestimmte Rechner im Bitcoin-Netzwerk eine Art digitales Puzzle lösen. Als Belohnung erhalten sie dafür neue Bitcoins
  • Versenden kann man Bitcoins direkt an andere Teilnehmer, in dem den Betrag an ihre Bitcoin-Adresse (ähnlich zur IBAN bei einem Konto) sendet. Das funktioniert über ein Bitcoin-Wallet, das wie eine Art Konto funktioniert und die eigenen Bitcoins verwaltet. Dazu gibt es mittlerweile viele einfach zu bedienende Apps.[1]

So viel zum kurzen Überblick. Nun schauen wir uns diese Zusammenhänge & Funktionsweise etwas genauer an. Eine allgemeinere Einführung, was Bitcoin überhaupt ist, findest du im Artikel „Was ist Bitcoin?“.

Das Bitcoin-Netzwerk

Du kannst dir Bitcoin als eine riesige, globale Maschine vorstellen, die auf Tausenden Computern auf der ganzen Welt läuft. Diese Computer werden als Knoten oder auf Englisch „Nodes“  bezeichnet und tauschen sich untereinander über die gespeicherten Bitcoin-Daten aus. Wenn zum Beispiel jemand Bitcoins kauft und diese an jemand anderen sendet, wird das in der Bitcoin-Datenbank gespeichert.

Das Besondere an Bitcoin ist, dass sich alle Rechner untereinander über den Stand dieser Bitcoin-Datenbank austauschen, ohne dass sie einen zentralen Server, eine Bank oder eine ähnliche Zwischenstelle benötigen. Man sagt zum Bitcoin-Netzwerk daher auch Peer-to-Peer-Netzwerk. 

Peer-to-peer (P2P)

Ein Peer heißt im Englischen so etwas wie Ebenbürtiger oder Gleichstehender. Das bedeutet, dass die Computer im Bitcoin-Netzwerk gleichgestellt sind und es keine Hierarchien gibt. Jeder teilnehmende Rechner lädt den Stand der Bitcoin-Datenbank herunter und gibt diesen dann an die anderen Teilnehmer (seine Peers) weiter.

Ein Netzwerk, das nach dem gleichen Prinzip funktioniert hat, war Napster. Hier konnte man Musik downloaden und hat diese beim Downloaden direkt wieder anderen zum Herunterladen angeboten. Somit konnte man Peer-to-Peer (P2P) Musik miteinander tauschen. Der Download an sich war zwar nicht illegal, aber das Anbieten zum Download für andere im Netzwerk (Weiterverbreiten) stellte eine Urheberrechtsverletzung dar. Daher wurden diese Tauschbörsen verboten.

Peer-to-Peer-Systeme haben zwar den großen Vorteil, dass sich die Daten gut im Netzwerk verbreiten, da es viele Teilnehmer gibt. Wenn sich aber alle Computer immer mit allen anderen austauschen, ist das natürlich wesentlich ineffizienter als wenn alle die Informationen von einer zentralen Stelle wie z.B. einem Server erhalten. 

Dezentralität

Da Bitcoin auf keinem einzelnen Server läuft oder von einem einzelnen Unternehmen betrieben wird, gibt es auch keinen zentralen Angriffspunkt – das gesamte Netzwerk gehört zu Bitcoin. Man sagt daher auch, dass Bitcoin dezentral ist und ähnlich dem Internet, auch nicht mehr abgeschaltet werden kann. 

Der Hash von Hallo Welt unterscheidet sich in fast allen Zeichen vom Hash von Hallo Welten.

Abbildung 1: Wenn ein Netzwerk zentralisiert ist (linkes Bild) werden die Daten von einem Server an alle anderen Rechner verteilt. Bei einem dezentralen Netzwerk (rechtes Bild) sind alle Rechner gleichwertig und über andere Teilnehmer miteinander (peer-to-peer) verbunden.

Software

Bitcoin ist Programmcode, der auf einem Computer installiert werden kann und in dem die Regeln von Bitcoin festgehalten werden. Der Code ist Open-Source, kann also von allen Nutzern komplett eingesehen werden. Die Regeln von Bitcoin werden auch als Bitcoin-Protokoll bezeichnet. Es gibt unterschiedliche Protokolle bei Bitcoin z.B. für das Bitcoin-Mining, was wir uns aber später noch anschauen werden.

Wenn Computer bestimmten Regeln durch Programmcode folgen, um Daten miteinander auszutauschen, nennt man das Protokoll. Du hast sicherlich schon mal das HTTP im Webbrowser in der Adressleiste gesehen. HTTP (Hypertext Transfer Protocol) ist ebenfalls ein Protokoll und regelt die Übertragung der Daten, wenn du im Internet surfst.

Es gibt verschiedene Software, um an Bitcoin teilnehmen zu können. Die bekannteste ist Bitcoin Core. Damit wählt sich der Computer in das Bitcoin-Netzwerk ein und wird dann selbst als ein Knotenpunkt (Node) Teil des Netzwerks. Außerdem hat man Zugriff auf die gesamte Bitcoin-Datenbank.

Netzwerkteilnehmer

Aktuell gehören zum Bitcoin-Netzwerk über. 50.000 Nodes, von denen fast 14 % in Deutschland zu finden sind.[2]

Die Knoten (Nodes) im Bitcoin-Netzwerk können verschiedene Funktionen übernehmen.  Einige sorgen nur dafür, dass die Daten auch gut an alle verteilt werden und wieder andere fügen kontinuierliche neue Daten hinzu.

Die wichtigsten dieser Nodes kann man grob folgendermaßen einteilen: 

  • Light(weight) Nodes: Verifizieren Transaktionen und greifen auf Daten von Full Nodes zu. Werden daher auch SPV (simple payment verification) Nodes genannt.
  • Full Nodes: Haben die gesamte Bitcoin-Blockchain gespeichert
  • Mining Nodes: Versuchen beim Bitcoin-Mining neue Bitcoins zu finden
Der Hash von Hallo Welt unterscheidet sich in fast allen Zeichen vom Hash von Hallo Welten.

Abbildung 2: Die unterschiedliche Nodes im Bitcoin-Netzwerk bestehen aus Bitcoin-Minern, die sich entweder in einem Pool zusammenfinden oder einzeln minen, den Full Nodes, die die gesamte Blockchain speichern und Lightweight Nodes, die nur Transaktionen prüfen.

Fassen wir das Bitcoin-Netzwerk zusammen:

  • Wir haben jetzt ein Netzwerk aus Computern, die untereinander Daten austauschen können. Dabei wird keine zentrale Stelle wie eine Bank oder ein Server benötigt.
  • Jeder Rechner, kann sich die entsprechende Bitcoin-Software installieren und am Bitcoin-Netzwerk teilnehmen. 
  • Alle Teilnehmer des Netzwerks, auch Knoten oder Nodes genannt, sind gleichgestellt, können aber unterschiedliche Aufgaben erfüllen.

Doch wie stellt man sicher, dass die Zigtausend Teilnehmer im Bitcoin-Netzwerk immer die aktuelle Version der Bitcoin-Daten haben? Die Lösung dazu schauen wir uns jetzt schrittweise an. 

Datenspeicherung in Bitcoin-Blöcken

Jedes Mal, wenn jemand Bitcoins verschickt, wird diese Transaktion gespeichert. Beim Austausch im Bitcoin-Netzwerk entstehen somit eine Menge an Daten. Aktuell sind das über 500 Gigabyte.[3] Wenn man davon ausgeht, dass ein gewöhnliches Selfie ca. 5 Megabyte hat, wären das weit über 100.000 Bilder.

Um diese riesige Menge an Daten möglichst effizient im Bitcoin-Netzwerk zu verwalten, gibt es ein paar Besonderheiten:

Wenn neue Daten bei Bitcoin entstehen, werden diese zu den vorhandenen Daten hinzugefügt und dann im Netzwerk verteilt. Um die großen Datenmengen gut unter den zahlreichen Bitcoin-Knoten zu synchronisieren, teilt man die Daten einfach in kleinere Teile. Diese geteilten Daten werden als Blöcke bezeichnet und haben eine Größe von etwa einem Megabyte. 

Mithilfe der Einteilung in Blöcken können wir die gesamten Bitcoin-Daten Schritt-für-Schritt mit allen Teilnehmern synchronisieren. Ist ein Block mit etwa einem Megabyte voll, werden die Daten im nächsten Block gespeichert.

Um genügend Zeit für die Synchronisation des Netzwerks zu haben, darf ein neuer Block nur alle 10 Minuten hinzugefügt werden. So wird garantiert, dass wirklich alle Bitcoin-Nodes genug Zeit hatten, um sich auf den aktuellen Stand zu bringen. 

Die Daten in einem Bitcoin-Block werden getrennt in einem Header und Body gespeichert und bestehen aus:

  • Merkle tree: Zusammenfassung aller Transaktionen eines Blocks, um Daten und Rechenleistung bei der Überprüfung zu sparen.
  • Hash: Digitaler Fingerabdruck des letzten Blockes für die Verkettung der Blockchain.
  • Version: Verwendete Version der Bitcoin Software.
  • Nonce: Name für „number only used once“ ist eine zufällige Zahl, die beim Bitcoin Mining verwendet wird.
  • Schwierigkeit: Gibt die aktuelle Schwierigkeit an, Blöcke beim Bitcoin-Mining zu generieren. So passt sich Bitcoin daran an, dass neuere Rechner immer mehr Leistung haben.
  • Zeitstempel: Zeit in Sekunden seit dem 1.1.1970 um 0 Uhr UTC seit der jeweilige Block erstellt wurde.
  • Magische Zahl: Kennzahl aus der Informatik, um den Dateitypen zu definieren.
  • Blockgröße: Angabe darüber, wie viel Speicherplatz der Block einnimmt.
  • Transaktionszähler: Anzahl an gesamten Transaktionen dieses Blocks.
  • Transaktionsliste: Alle Angaben darüber, welche Transaktionen von welchen Adresse getätig worden sind.
Der Hash von Hallo Welt unterscheidet sich in fast allen Zeichen vom Hash von Hallo Welten.

Abbildung 3: Ein Bitcoin-Block besteht aus einem Block header und einem Block body. Zusätzlich zu den Bitcoin-Transaktionen werden dort noch viele weitere Informationen gespeichert, die für die Funtionsweise der Bitcoin Blockchain notwendig sind.

Wir haben jetzt die Daten in Blöcke aufgeteilt und können diese so einfacher im Bitcoin-Netzwerk synchronisieren. Allerdings ergeben sich daraus gleiche wieder neue Herausforderungen:

  • Wenn ich die Daten in Blöcke aufteile, muss ich auch eine gewisse Ordnung oder Reihenfolgen definieren. Es muss also in den Blöcken gespeichert werden, welche Position oder Nummer dieser Block hat.
  • Außerdem muss ich gewährleisten, dass die Daten nicht manipuliert werden können. Was, wenn ein Teilnehmer einfach die Daten in einem älteren Block zu seinen Gunsten verändert und dann diese Version an andere weitergesendet? Es gibt ja keine zentrale Stelle, die prüft, ob jemand im Netzwerk betrügerische Absichten hat.

Wie das geregelt ist, schauen wir uns direkt im Anschluss an.

Verkettung zur Bitcoin-Blockchain

Um zu gewährleisten, dass Blöcke nicht nachträglich manipuliert werden können, kommt eine geniale Idee bei Bitcoin zum Einsatz:

Man verkettet die einzelnen Blöcke nachfolgend aneinander, sodass bei kleinsten Änderungen in einem älteren Block, die Kette aufreißen würde und für alle sichtbar ist, dass etwas manipuliert wurde.

Um diese Verkettung zu erreichen, werden zuerst durch sogenanntes Hashing ein digitaler Fingerabdruck der Bitcoin-Blöcke erstellt.

Hashing

Zuerst werden alle Daten aus einem Block zusammengefasst. Dieses Zusammenfassen wird mithilfe eines Hash (von den englischen Verben zerhacken oder zerteilen) realisiert. Dabei werden alle Daten zuerst in kleinere Einheiten geteilt und dann so wieder zusammengesetzt, dass der resultierende Hash folgende Eigenschaften hat:

  • Er hat immer eine bestimmte Zeichenlänge, egal aus wie vielen Ausgangsdaten er erstellt wurde.
  • Gleiche Eingabedaten ergeben immer das gleiche Ausgabeergebnis, aber schon die kleinste Änderung der Eingabedaten ergeben ein vollkommen anderes Ergebnis.
  • Man kann vom Hash keine Rückschlüsse mehr auf die Eingabedaten ziehen.

Durch diese Eigenschaften wird ein Hash sozusagen zu einem Fingerabdruck der verwendeten Daten. 

wieder keiner

Muss man wissen

Es wird oft behauptet, dass Bitcoin bzw. die Bitcoin-Blockchain verschlüsselt sei. Das ist aber nicht korrekt. Die Daten sind immer transparent für alle einsehbar. Das Hashen ist keine Verschlüsselung, da der resultierende Hash nicht wieder in den Ausgangswert zurückgerechnet werden kann. Gerade dieses Zurückrechnen (Entschlüsseln) ist aber essenziell bei einer Verschlüsselung.

Es gibt dabei verschiedene Verfahren, einen Hash zu erstellen. Der Standard bei Bitcoin ist SHA-256. Dieser gehört zu den Secure Hash Algorithm (sichere Hash-Algorithmen) der 2. Generation und wurden bereits Jahre vor Bitcoin entwickelt.

Verkettung

Bei Bitcoin wird ein Block zu einem Hash umgewandelt und dann im nächsten Block (innerhalb des Block header) gespeichert. Der nächste Block wird dann ebenfalls wieder zu einem Hash umgewandelt. Der darauffolgende Block wird dann erneut zu einem Hash und so setzt sich dieses Muster immer weiter fort. Die Verbindung der Blöcke entsteht somit dadurch, dass der gesamte Inhalt eines vorherigen Blockes als Fingerabdruck (Hash) in darauffolgenden Block gespeichert wird. 

Es entsteht eine aufeinanderfolgende Kette aus Blöcken. Daher kommt auch der Name „Blockchain“ oder auf Deutsch: Blockkette bzw. Kette aus Blöcken. Die Daten bei Bitcoin befinden sich also in einer Kette aus Datenblöcken – der Bitcoin-Blockchain.

Der Hash von Hallo Welt unterscheidet sich in fast allen Zeichen vom Hash von Hallo Welten.

Abbildung 4: Die Verkettung der einzelnen Blöcke wird durch den digitalen Fingerabdruck (Hash) des vorherigen Blocks gewährleistet, der immer im nachfolgenden Block gespeichert wird. So enthält Block Nummer 103 den Hash vom vorherigen Block 102 und die eigenen Daten. Der Fingerabdruck vom Block 103 wird dann Teil vom folgenden Block #104.

In dieser Bitcoin-Blockchain werden alle Daten, hauptsächlich die gesamten Bitcoin-Transaktionen, manipulationssicher gespeichert. Die schauen wir nachher noch genauer an, da sie viel interessanter sind, als man erwarten würde.  Da die Transaktionen für alle offen einsehbar sind, sagt man zur Bitcoin-Blockchain auch öffentliches Kassenbuch oder auf Englisch „ledger“. 

Wenn ich an einer Stelle im Kassenbuch einen älteren Block nachträglich verändern würde, ändert sich auch der jeweilige Fingerabdruck (Hash) dieses Blockes. Dadurch unterscheidet er sich von dem Hash, der im nachfolgenden Block eingetragen wurde und es fällt sofort auf, an welche Stelle die Kette nicht mehr zusammenpasst. Diese manipulierte Version des Bitcoin-Kassenbuchs würde dann vom Bitcoin-Netzwerk schnell erkannt und als ungültig erklärt werden.

Fassen wir kurz die Bitcoin-Blockchain zusammen:

  • Wir haben ein Netzwerk aus Rechnern, die Daten als eine Kette von Datenblöcken (Blockchain) speichern. Dort sind u.a. alle Transaktionen des Bitcoin-Netzwerks gespeichert, weshalb es auch als öffentliches Kassenbuch bezeichnet wird. Wir haben auch festgestellt, dass durch die Verkettung eine gewisse Reihenfolge der Blöcke entsteht und keine Daten unbemerkt manipuliert werden können. 
  • Bleibt nur noch die Frage, welche Rechner im Bitcoin-Netzwerk nun überhaupt befugt sind, Blöcke in der Bitcoin-Blockchain zu ändern oder hinzuzufügen. 
  • Dazu kommt ein weiterer genialer Mechanismus zum Einsatz, den man Bitcoin-Mining nennt. Dabei müssen spezielle Rechner im Netzwerk mit ihrer Rechenleistung untereinander konkurrieren und beweisen, dass sie dazu Arbeit in Form von Rechenaufwand geleistet haben.

Das Bitcoin-Mining

Um sicherzustellen, dass nicht jeder einfach einen neuen Block zur Bitcoin-Blockchain hinzufügt, gibt es Regeln, die alle befolgen müssen:

  1. Wenn du mit deinem eigenen Rechner neue Daten in die Bitcoin-Blockchain schreiben möchtest, musst du zuerst eine Art digitales Puzzle lösen. 
  2. Wer das Puzzle zuerst löst, darf den nächsten Block erstellen und seine neue Version der Blockchain an alle anderen schicken.
  3. Jeder, der Teil des Bitcoin-Netzwerks ist, kann bei der Lösung diese Puzzles mitmachen, aber es ist keine Pflicht.

Die Rechner im Netzwerk können dabei verschiedene Rollen einnehmen und die, die bei diesem Puzzle mitmachen, nennen wir Bitcoin-Miner. Der Prozess an sich wird als Bitcoin-Mining bezeichnet.

Das Puzzle an sich ist einem echten Puzzle sehr ähnlich – du musst alle Teile aneinanderlegen und schauen, ob sie zusammenpassen. Du kannst also nicht einfach voraussagen, wie das Puzzle gelöst wird. Die Puzzleteile bestehen aus dem Fingerabdruck des vorherigen Blocks und den Daten wie z.B. den Bitcoin-Transaktionen des aktuellen Blocks.

Die Bitcoin-Miner versuchen, diese Daten so zusammenzusetzen, dass ein bestimmtes Muster entsteht. Sie hashen alles einmal, schauen, ob das Puzzle das gewünschte Muster hat. Wenn nicht, ändern sie ein kleines Detail an den Daten des aktuellen Blocks und hashen dann erneut. Dabei stehen alle Miner im Wettbewerb zueinander, da nur der erste mit der Lösung das Privileg erhält, die Bitcoin-Blockchain zu erweitern.

Indem man so lange probiert, bis das Puzzle gelöst ist, zeigt man, dass wirklich Arbeit in Form von Computerrechenleistung investiert wurde. Es gibt nämlich keine Möglichkeit, die Lösung zu berechnen – die Bitcoin-Miner müssen durch Probieren so lange Rechenleistung aufbringen, bis eine Lösung gefunden wurde. Dieser Nachweis wird daher auch als Proof-of-Work (auf Deutsch: Arbeitsnachweis) bezeichnet. 

Der Proof-of-Work-Mechanismus (PoW) ist für Bitcoin von entscheidender Bedeutung. Er sorgt dafür, dass eine riesige Anzahl an Teilnehmern entscheiden kann, wer neue Daten in die Bitcoin-Blockchain schreiben darf.[4] Denn wer am meisten Arbeit in Form von Rechenleistung investiert, findet auch schneller die Lösung und kann so schneller neue Blöcke erstellen und verketten.

Somit ist die längste Kette auch der Beweis für die meiste Arbeit. Da diese Arbeit eine physikalische Größe ist, die niemand aus dem Nichts erschaffen werden kann, hat bis heute auch niemand geschafft, den PoW-Mechanismus zu überlisten.

Du fragst dich vielleicht: Warum sollte man als Bitcoin-Miner diesen Arbeitsnachweis erbringen wollen? Es kostet doch Rechenleistung und damit auch Strom, Zeit und Anschaffungskosten für die Hardware.

Der Grund ist einfach:

Wer das Puzzle zuerst löst, darf den neuen Block der Blockchain erstellen und wird mit Bitcoins belohnt. Aktuell sind das pro Block etwa 3 Bitcoins und die Chance das Puzzle zu lösen, hat man ca. alle 10 Minuten. Somit könnte man beim aktuellen Kurs von Bitcoin pro Stunde über eine Million Euro durch Mining verdienen.

Daher gibt es auch einen großen Wettbewerb darum, wer als Erster den neuesten Block erstellen darf. Diese hohe Belohnung ist der Anreiz, der die Leute dazu bringt, bei dem Wettbewerb mitzumachen und das Bitcoin-Netzwerk am Laufen zu halten.

Fassen wir das Bitcoin-Mining zusammen:

  • Wir können die Daten gut im Netzwerk verteilen, weil wir sie in Blöcke geteilt haben.
  • Die Blöcke werden durch einen digitalen Fingerabdruck (Hash) nachfolgend aneinander gekettet und bildet somit eine Blockchain.
  • Wir haben auch dafür gesorgt, dass neue Blöcke nicht willkürlich erstellt werden können, sondern dass alle im Bitcoin Netzwerk im Wettbewerb zueinander stehen. Wer zuerst beim Bitcoin-Mining ein digitales Puzzle löst, darf neue Blöcke erstellen und erhält neue Bitcoins als Belohnung.

Bitcoins versenden

Wir haben bereits einen Blick darauf geworfen, wie Bitcoin funktioniert. Zur Funktionsweise von Bitcoin gehört allerdings auch die Frage zu beantworten, wie man die Bitcoins nun an andere versenden kann.  Wir werden den gesamten Prozess in einer vereinfachten Form darstellen. Wenn du dennoch tiefer in die Materie eintauchen möchtest, empfehle ich dir den ausführlichen Artikel über Bitcoin-Transaktionen.

  1. Zuerst musst du die Bitcoin-Adresse des Empfängers kennen. Diese Adresse ist eine lange Reihe von Zahlen und Buchstaben, die du von der Person erhalten solltest, an die du Bitcoins senden möchtest.
  2. Jetzt, wo du die Adresse hast, musst du deine Bitcoin-Wallet öffnen. Das ist ein Programm oder eine App, die dir bei der Verwaltung deiner Bitcoins hilft.
  3. Als Nächstes musst du die Bitcoin-Adresse des Empfängers in dein Wallet eingeben. Du kannst das entweder manuell tun oder, wenn der Empfänger dir einen QR-Code zur Verfügung gestellt hat, diesen einfach scannen.
  4. Bevor du die Transaktion abschickst, musst du sie noch mit deinem privaten Schlüssel signieren. Dieser Schlüssel ist wie dein persönlicher digitaler Fingerabdruck und stellt sicher, dass du der Einzige bist, der Transaktionen von deinem Wallet aus durchführen kann. Dieses Signieren übernimmt dein Wallet für dich, wenn du deine Transaktion bestätigst.
  5. Bevor du die Transaktion abschickst, zeigt dir dein Wallet auch an, wie viel Gebühren du für die Transaktion zahlen musst. Diese Gebühren sind nicht fest und können variieren, je nachdem, wie schnell du möchtest, dass deine Transaktion verarbeitet wird. Je mehr du bereit bist zu zahlen, desto schneller wird deine Transaktion in den nächsten Block aufgenommen und bestätigt.
  6. Sobald du die Transaktion abgeschickt hast, wird sie in das Bitcoin-Netzwerk gesendet und von anderen Teilnehmern überprüft. Wenn alles in Ordnung ist, wird deine Transaktion in den Mempool aufgenommen. Das ist eine Art Warteschlange, in der alle gültigen Transaktionen darauf warten, in einen Block aufgenommen zu werden.
  7. Jetzt kommen die Bitcoin-Miner ins Spiel. Miner sind spezielle Computer, die rund um die Uhr arbeiten, um neue Blöcke zur Blockchain hinzuzufügen. Sobald ein Miner einen Block findet und deine Transaktion in den Block aufnimmt, wird sie in diesen Block geschrieben und an das gesamte Netzwerk gesendet.
  8. Jetzt ist deine Transaktion in der Bitcoin-Blockchain gespeichert und gilt als bestätigt. Du kannst jedoch auf weitere Bestätigungen warten, um sicherzustellen, dass deine Transaktion sicher und unwiderruflich ist. Für kleinere Beträge reicht allerdings eine Bestätigung. In der Regel gelten Transaktionen nach sechs Bestätigungen als endgültig.

Quellen

1. Narayanan, A., Bonneau, J., Felten, E., Miller, A., & Goldfeder, S. (2016). Bitcoin and cryptocurrency technologies: a comprehensive introduction. Princeton University Press.

2. Bitnodes Daten über die Anzahl der Nodes von Bitcoin, die im Netzwerk nach erreichbaren Nodes aber einer bestimmten Version von Bitcoin suchen und schätzen, wie viele es noch weiterhin gibt, die sich nicht erreichen.

3. Bitcoin-Blockchain Größe laut Statista.

4. Nakamoto, S. (2008). Bitcoin: A peer-to-peer electronic cash system.

Über den Autor

Hi, ich bin David und schreibe hier über meine eigenen Erfahrungen zum Thema Krypto, Blockchain und Bitcoin. Mehr erfährst du auf der „Über uns“-Seite.